01
May
2012

News

Team Schlegel und die Schläge des Wetters beim Saisonauftakt

Team Schlegel:

Mende 2012, unser erstes Rennen der neuen Saison.

Vergangenes Wochenende war für uns das erste Race der neuen Saison 2012. Wir waren so was von gespannt, ob unsere Umbauten und Anpassungen während der langen Wintermonate Erfolg zeigen würden. Ob wir in die richtige Richtung gearbeitet haben. Wie verhält sich das Fahrzeug mit dem neuen Vergaser, dem neuen Wandler, mit dem verbauten Alternator, mit der neu installierten Vakuumpumpe für die Ölabscheidung usw. Aber der Reihe nach.

Martin SchlegelMartin Schlegel

Am Freitag in aller Früh haben wir den langen Weg nach Mende in den Cevennen / Frankreich unter die Räder genommen. Die Wetterfrösche sagten ein fantastisches Wochenende voraus. In der Region Basel solle es 27°C warm werden. Auch die Vorhersagen für Mende stimmten uns fröhlich. Nach einer langen und problemlosen Fahrt sind wir am Freitagnachmittag in Mende angekommen. Das Wetter zeigte sich aber eher von der trüben Seite. Nach dem Öffnen der Autotür hat uns der erste Windstoss fast von den Beinen gefegt. Und dies soll Wettermässig ein geniales Wochenende versprechen? Aber eben, es kann sich ja noch bessern.

Nachdem wir das ganze Material aufgestellt hatten, haben wir uns die Piste angesehen. Wie im letzten Jahr auch wurde wieder grosszügig Leim im Startbereich verteilt. Die Schuhe hafteten am Boden fest. Das verspricht doch einen genialen Grip. Nur das Wetter wurde nicht besser. Die Windböen immer heftiger. Vor einer Woche lagen hier auf über 1000 Meter noch 15 cm Schnee. Ob das so eine gute Idee ist, so früh im Jahr auf dieser Höhe eine Dragrace zu veranstalten?

Der Morgen empfing uns immer noch grau und trübe. Auch der Wind hatte nicht nachgelassen. Der Windsack stand in konstanter horizontaler Richtung. Windböen von mehr als 120 km/h setzten dann eine Diskussion über das vorhandene Risiko eines Startes in Gang. Solch eine Böe bei mehr als 200 km/h Geschwindigkeit kann ein böses Ende bedeuten. Bekommt das Fahrzeug bei diesen Bedingungen Unterluft, dann ist ein Überschlag wohl programmiert. Und was meinte Martin? „Wenn ich schon so weit fahre und auf einer Rennpiste bin, dann will ich auch fahren“. Sagte es und setzte sich ins Auto.

Der Burnout war gewaltig. Der Racer hängt so was von am Gas. Jeder Tritt aufs Gaspedal wird sofort umgesetzt. Der Chevy brüllt, dass es eine wahre Freude ist. Leider wurde Martin nicht sauber eingestaged und hat gleich beide Stage-Lampen angezündet. Bevor er sich sauber auf den Start vorbereiten konnte, hat der Starter bereits das Startprozedere freigegeben. Die daraus resultierende Reaktionszeit von 1.09 Sek. wich doch viel von Martins üblichen 0.5 Sek. ab. Der Chevy ging ab wie eine Rakete, die Vorderräder etwa 30 cm über Boden. Auf der Wheeliebar hängend hat Martin kurz das Gas gelupft. Ca. 50 Meter vor dem Ziel nochmals vom Gas weg, eine starke Windböe hat das Fahrzeug auf die andere Fahrbahnseite geschoben. Und mit all diesen Missgeschicken trotzdem eine Zeit von 9.2.. Sek. Unter besten Bedingungen müsste der Racer wohl eine Zeit von 8.7 Sek. bringen. Also flugs zurück ins Zelt und alles für den nächsten Lauf vorbereiten. Vorher wollten wir uns aber noch den Lauf eines „Verrückten“ ansehen, der die Viertelmeile mit einem Raketenfahrrad bezwingen wollte. Nach einem kurzen Schlinger beim Start ist das Ding wirklich wie eine Rakete abgegangen. Leider hat eine Böe den armen Kerl bei der Achtelmeile gefällt. Nur gut, es ist ihm dabei nichts passiert, der Schutzanzug hat gehalten. Aber das Fahrrad dürfte wohl mehr als nur ein paar Schrammen abbekommen haben.

In der Zwischenzeit erreichten die Windböen aber eine Stärke von mehr als 150 km/h und das Rennen wurde unterbrochen. Selbst der Gang aufs Toi Toi wurde zum Abenteuer und ich habe mir nach ein paar Lupfer in einem dieser „Scheisshäuschen“ geschworen, nur noch die freie Natur aufzusuchen. Eine junge Lady hatte da weniger Glück. Sie wurde von einer starken Windböe mitsamt dem Toi Toi gefällt, wobei sich ein Grossteil des Tankinhaltes über sie ergossen hat. Ich muss Euch ja wohl nicht erklären, wie die Arme ausgesehen hat.

Nach einem kurzen Breefing wurde das Rennen für den aktuellen Tag abgesagt. Zu gross sind die Risiken für Mensch und Maschine. Also haben wir uns den leiblichen Genüssen hingegeben und sind nach einem lustigen und trotz des Wetters gemütlichen Abend zu Bett gegangen. Die Nacht hingegen war weniger gemütlich und mit etwa 4°C noch saukalt dazu. Der Wind und der einsetzende Regen haben selbst die Geräusche unseres Generators übertönt. Die Windböen wurden so stark, dass wir teilweise Angst hatten, der Anhänger würde umfallen.

Von Schlafen konnte da keine Rede sein und mit müden Augen haben wir den neuen Tag begrüsst. Kleider nass, Schlafsack nass, Decken nass. Der Regen wurde mit jedem Windstoss durch sämtliche Ritzen des Anhängers gepresst. Und wo war unsere Abdeckplane, mit der wir unseren Racer zugedeckt hatten? Abgerissen und zerfetzt. Das Auto voller Wasser, dummerweise auch die ganze empfindliche Elektronik. Überall lag Müll herum. Die Hälfte aller Zelte waren defekt. Es hat ausgesehen als ob ein Tornado durchs Lager gefegt wäre. Unter diesen Bedingungen haben wir uns entschlossen, nach einem herzhaften Frühstück die Heimreise anzutreten. Es wurden zwar noch zwei Läufe mit kleineren Kategorien durchgeführt, doch neu einsetzender Regen führte dann zum endgültigen Abbruch der Veranstaltung.

Ein Wochenende zum Vergessen. Hohe Kosten, eine lange und weite Fahrt und dies alles für einen einzigen run. Hoffen wir, dass die nächste Veranstaltung in 4 Wochen in Lanas unter einem besseren Stern steht.

Text: Peter Sonderegger, Team Schlegel

Bild: Markus Münch


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