22
Jun
2012

News

Team Schlegel / Lanas

Das Team Schlegel gehört mittlerweile mit den Granicas zu den Stammberichterstattern des Beschleunigers. Hier der längst Überfällige Reisebericht zum 2ten Rennen in Frankreich.


Lanas_2012_2Lanas_2012_2

"Wieder waren wir an einem Rennen der Trophée Francais, dieses Mal in Lanas/Aubenas.
Diese Rennstrecke war für uns absolut unbekannt, wir waren noch nie dort. Wir hatten keine Ahnung, was uns da erwarten würde. Wir hatten aber auch keine Ahnung, wie sich unser Chevy verhalten würde. Über den vergangenen Winter wurden doch einige neue Teile verbaut, wie Wandler, Vergaser, Ölabscheidepumpe usw. Wir haben zwar schon ein Rennen in Mende bestritten, aber nach einem einzigen Lauf, bei dem wir auf dem dritten Platz abgeschlossen haben, wurde das Rennen aus Wettergründen abgebrochen.
Unser aktuelles Problem ist der Vergaser. Im alten Holley fuhren wir mit 138’er Düsen. Im neuen, für uns aufgebauten BLP-Vergaser, sind aber 172’er Düsen verbaut. Ein Unterschied wie zwischen einem Gartenschlauch und einer Kanalisationsröhre. Die Löcher in den 172’er Düsen sind so groß, dass wir anfänglich Sorge hatten, ob unser Tankvolumen noch ausreichend ist. Erschwerend kommt dazu, dass wir nach dem Rennen in Mende Wasser im Motorenöl hatten. Das Öl war weisslich aufgeschäumt. Also lässt das für uns nur den Schluss zu, dass viel zu viel Ethanol den Weg durch den Vergaser ins Motorenöl findet. Die verbauten Düsen müssen also viel zu groß sein. Ein intensiver Kontakt mit dem Hersteller des Vergasers in Florida konnte uns aber auch nicht weiterhelfen.
Somit fuhren wir vergangenen Freitag mit gemischten Gefühlen nach Lanas. Unsere bis dahin schnellste gefahrene Zeit in Frankreich mit diesem Fahrzeug waren eine hohe 9.1 irgendwas Sekunden. Unseren obersten Index von 8.99 Sekunden konnten wir noch nie erreichen. Insofern sind wir ein Spielball für all unsere Konkurrenten, können wir unseren Index ja nicht erreichen.
Die 700 km Fahrt nach Lanas war fantastisch. Wir hatten Wetter wie im Bilderbuch, also nicht wie zu Hause. Während der ganzen Fahrt wurden wir vom schönsten Sonnenschein begleitet und fuhren bei Valence, weg von der Autobahn, in eine wildromantische Gegend. Wir waren schlicht begeistert. Auch der Flugplatz von Lanas, auf einer Anhöhe über Aubenas gelegen, war fantastisch. Weit hinten angestanden haben wir die Anmeldung relativ rasch bewältigt und sind am ganzen wartenden Tross vorbeigezogen und haben einen guten Platz für unser Equipment erwischt. Und wieder einmal mehr war die Begrüssung so was von familiär und sympathisch.  Das Gefühl, in einer grossen Familie angekommen zu sein, ist immer wieder berührend. Jeder hat uns das Händchen geschüttelt, auf die Schulter geklopft. „Schön, dass ihr wieder da seid“ hat uns immer wieder begleitet.
Abends dann, bei einem gemütlichen Bier, hat Martin gemeint „weisst Du Söndy, wenn ich hier auf einer dieser schmierigen Flughafenpisten eine 9.00 Sek. fahre, dann knall ich auf der gut geleimten Piste von Hockenheim in etwa eine 8.7 Sek. rein. Dann weiss ich endlich, dass mein Racer sauber läuft und wir in die richtige Richtung arbeiten“.
An dieser Stelle müsste ich aus gutem Grunde erwähnen, dass wir den Chevy im Herbst 2010 von Vincent Rosiello in Frankreich gekauft haben. Das Fahrzeug lief damals unter dem Namen „Rital Express 3“ über die Französischen Pisten. Und eben dieser Vincent Rosiello hat sich mit seinem neuen Fahrzeug, einem 57’er Chevy Bel Air mit Kompressor und etwa 2‘400 PS zu diesem Anlass angemeldet. Natürlich unter dem Namen „Rital Express 4“. Wie waren wir auf dieses Fahrzeug gespannt.
Ernüchternd war zugleich, dass unser neues kleines Stromaggregat zwar in der Lage ist, die Winde im Anhänger, das Batterieladegerät und vieles andere zu bedienen, aber leider nicht die mitgenommene Kaffeemaschine. Auch dass meine Luftmatratze beim Transport eingeklemmt einige Schadstellen aufwies und mir in Aussicht stellte, auf dem harten Holzboden des Anhängers zu schlafen, trug nicht unbedingt zur Erheiterung bei. Aber was soll’s, wir sind ja harte Kerle
Auch der Samstag empfing uns mit fantastischem Wetter. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir unseren Racer aufgewärmt und für das erste Rennen fertig gestellt. Es fehlte nur noch die technische Abnahme, die für die oberste Klasse immer am Standort des Fahrzeuges durchgeführt wird. Wir waren sehr erstaunt, als uns um 09:00h mitgeteilt wurde, dass die technische Abnahme zentral beim Eingang zum Flugplatz stattfindet und wir unser Fahrzeug dorthin bringen müssen. Wir standen geschlagene 2 Stunden bei 31°C auf dem Platz, bis auch für unser Fahrzeug die Abnahme durch war. Dieses Vorgehen entspricht in keiner Weise dem Reglement und war für uns absolut unverständlich.
Der Motor war in der Zwischenzeit wieder ausgekühlt und Martin hat den Chevy aus eigener Kraft ins Zelt zurück gefahren. Kaum angekommen, hat man uns zum ersten Rennlauf geholt. Wir konnten weder tanken noch die Batterie aufladen. Gegen Ende der 400 Meter ist Martin das Benzin ausgegangen und die gefahrene Zeit von 10.841 war alles andere als berauschend.
Als Vorbereitung für den nächsten Lauf haben wir das ganze Fahrzeug nochmals durchgescheckt und die durch uns verbauten 148’er Düsen durch die mitgelieferten 172’er . Was soll ich sagen, mit einer Zeit von 8.986 Sek. hat Martin seinen Index von 8.990 Sek. unterfahren. Unser Gegner jedoch war von der Leistung des Chevy’s derart überrascht, dass er seinen 2000 PS Boliden nochmals gedrückt und seinerseits seinen Index weit mehr unterschritten hat als wir. Somit gingen wir als Sieger aus diesem Run.
Der dritte Lauf war dann wie ein Märchen. Unser Gegner musste mit technischen Problemen aufgeben und an seine Stelle rutschte ----- ja genau, Vincent Rosiello mit Rital Express 4. Der Speaker hat sich fast überschlagen vor Freude. „Eine absolute Sensation. Das alte Fahrzeug Rital Express 3 gegen den neuen Rital Express 4. So was hat es noch nie gegeben“. 2400 PS gegen unsere 1200 PS und schon ging es los. Unter normalen Umständen hätten wir absolut keine Chance gehabt. Da Vincent aber sein Fahrzeug vorsichtig am Einfahren und Ausloten ist und er diese schiere Kraft gar nicht richtig auf den Boden bekam, haben wir ihm mit 8.992 Sek. über eine Sekunde abgenommen.
Drei Mal als Sieger aus jedem Run mit solch einer Nähe zum Index hat uns am Samstag Abend dann die Führung im Klassement beschert. Wir waren die Nummer 1. Der Abendliche Gang quer durchs Fahrerlager hat uns sehr viele Sympathien entgegengebracht und viel Freude gemacht.
Der Sonntag empfing uns dann mit sehr dunklen Wolken und kurz nach dem morgendlichen Briefing hat es zu Regnen begonnen. Also nochmals das Fahrzeug durchchecken und für das nächste Rennen bereitstellen. Kurz vor Mittag hat der Regen dann nachgelassen und man hat die ersten Public Racer fahren lassen. Von den Fahrzeugen war aber nicht lange was zu sehen. Von der nachgeschleppten Wasserfontäne dagegen umso mehr. Unter solchen Bedingungen mit Wasserlachen und verwässertem schmierigen Leim versehenen Piste zu fahren ist einfach nur gefährlich. Aber man wollte den zahlreichen Zuschauern halt unbedingt was bieten.
Kurz nach Mittag goss es dann wie aus Kübeln. Unter diesen Umständen kann es nur noch einen Rennabbruch geben, der dann auch um 14:00h erfolgte. Damit standen wir als Sieger dieser Veranstaltung auf dem 1. Platz unserer Kategorie fest. Anderst als wie international üblich, wo am Sonntagabend eine Siegerehrung mit Pokal und Preisgeld statt findet (ob das Rennen zu Ende gefahren oder abgebrochen wurde), hat man uns überall zum 1. Platz gratuliert und eine gute Heimfahrt gewünscht. Keine Siegerehrung, kein Pokal, kein Preisgeld. Ist schon ein bisschen dürftig für eine als International bezeichnete Veranstaltung. Aber was soll’s, wir sind trotzdem die Sieger.
Das Klassement der gesamten Trophée ist noch nicht aufgeschaltet. Aber meinen Berechnungen zu Folge führen wir die Trophée nun mit 5 Punkten Vorsprung an. Wir haben an diesem Wochenende viel mehr erreicht, als wir gehofft haben. Unser Chevy läuft zwar nicht fantastisch, aber zuverlässig gut und hat noch viel Potential. Wir werden weiter daran arbeiten.
liebe Grüsse,
Söndy,
Team Schlegel"


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